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Meine Tipps für eine geile Nepal-Reise

Gefährte solcher Art gibt es in Nepal viele
Gefährte solcher Art gibt es in Nepal viele

Nimm verdammt nochmal nicht zu viel mit

Ich hatte "nur" einen 50l Rucksack mit und das war mir schon zu viel. Viel Gepäck nervt einfach. 

Beim Wandern wirst du um jedes Gramm das nicht dabei ist froh sein und im sogenannten Local Bus (auf meiner Reise das Hauptverkehrsmittel) wirst du froh sein um jeden Kubikmillimeter, den du zuhause gelassen hast. 

Da fährt der Bus meist nämlich erst los wenn er gerappelt voll ist (und wenn dann noch welche mitwollen, setzen die sich aufs Dach).
 
In weniger touristischen Gegenden wird man mit großem Rucksack angestarrt, als hätte man seine komplette Inneneinrichtung auf dem Rücken. 
Nehmt doch lieber ein paar Klamotten weniger mit und lasst euch stattdessen von Einheimischen zeigen wie sie per Hand die Kleidung waschen!
Eine Jeans übrigens hätte ich genauso gut zuhause lassen können, die habe ich in den 3 Monaten vielleicht zwei mal getragen. 
Packt stattdessen lieber lockere Stoffhosen ein oder kauft euch eine vor Ort.
Frauen tragen in Nepal praktisch nie Jeanshosen, damit fällt man sofort auf.
Genauso ist es mit kurzen Hosen und schulterfreien Tops. Sowas ist in Nepal und generell in Südasien zu freizügig und nicht gern gesehen.
T-Shirts würde ich allerdings nicht zu wenige mitnehmen. So ein Stück Stoff wiegt fast nichts und es ist meiner Meinung nach schön, immerhin eine gewisse Auswahl an Klamotten dabeizuhaben.
Ansonsten gilt: Lieber Sweatjacken als Pullover mitnehmen. 

Lass die Kamera zuhause!

Ja, Spiegelreflexkameras sind cool und man macht eindeutig qualitativ hochwertige Fotos als mit einem Handy oder einer kleinen Digitalkamera. 

 

Ich muss allerdings sagen, dass ich die besten Fotos mit dem Handy gemacht habe. Eine Kamera ist groß, schwer und klumpig, ich laufe nur ungern mit solch einem Gerät um der Schulter durch ein Entwicklungsland wie Nepal- auch wenn das einige machen. 

 

Zu oft dachte ich mir "Mensch, das wär ja ein tolles Motiv", fand es in der Situation aber nicht angemessen, eine Spiegelreflexkamera auszupacken. 

 

Zum einen aus Respekt zur Bevölkerung, zum anderen wird man mit Kamera gleich als typischer Tourist abgestempelt. Ich persönlich finde  die spontan gemachten Bilder sowieso am interessantesten und bin kein Fan von Stellt-euch-mal-in eine-Reihe-Fotos.

 

Ein Smartphone hat in Nepal heutzutage so gut wie jeder, damit zieht man überhaupt keine Aufmerksamkeit auf sich.

 

 

Geh wandern

Ob mit einer Reisegruppe oder alleine mit Zelt, Trekking ist in Nepal einfach ein Muss. Denn nirgends ist es einfacher, ins Himalaya zu gelangen als dort. Und wer will bitte nicht mal im größten und höchsten Gebirge der Welt gewesen sein?

 

Neben den beiden großen Wanderregionen Khumbu (Everest) und Annapurna gibt es noch weitere, die um einiges ruhiger sind, bei denen man häufig aber auch ein eigenes Zelt und Trekkingerfahrung benötigt.

 

Hier ein paar Beispiele:

  • Langtang (die drittbeliebteste Wanderregion- hier findet man auch Teehäuser und braucht kein Zelt)
  • Manaslu
  • Kanchenjunga
  • Mustang
  • Makalu

Völlig alleine wandern zu gehen, würde ich niemandem raten. Ich beispielsweise hatte am Ende der Wanderung ziemlich mit der Höhenkrankheit zu kämpfen und war froh, noch jemanden dabei zu haben. 


Allerdings sollte es auf den beliebten Treks kein Problem sein, alleine zu starten und sich dann jemandem anzuschließen.

Wer will so eine Aussicht schon verpassen?
Wer will so eine Aussicht schon verpassen?

Nepalesisches Bier!

Egal ob aus Dosen, Flaschen oder Reisbier, das Bier in Nepal ist sehr gut.

 

Am letzten Tag eines Treks könnt ihr euch ja durch Gorkha, Sherpa Ice, Everest etc. durchprobieren!


Aber: Ich rate euch dringend davon ab, während einer mehrtägigen Wanderung oder irgendwo ab vom Schuss Bier oder sonstige Getränke zu kaufen.


Das muss alles zu einem Hungerlohn hochgetragen werden, seid euch dessen bitte bewusst!


Und wenn ihr meint, das schafft in Nepal arbeit und ihr unterstützt so die Menschen, lasst es doch bitte trotzdem. So einen Job kann man niemandem zumuten. Wenn ihr den Leuten helfen wollt, dann spendet das Geld doch lieber oder schenkt den Menschen warme Kleidung. 


Aktivitäten

Kathmandu

Kathmandu ist zwar nicht schön, ist allerdings kulturell sehr interessant.

Die beiden Stupas Swayambhunath und Boudha sind wirklich sehenswert und haben einen ganz eigenen Charme. Ich empfehle euch, früh morgens lozuziehen. Da sind noch keine Touristen unterwegs, stattdessen trifft man auf den ein oder anderen Mönch. Nehmt euch Zeit, geht ein paar Runden (immer im Uhrzeigersinn!!) und genießt die Ruhe, die ihr anderswo in der Stadt wohl kaum finden werdet.

 

Ich empfehle euch, einen Tag mal quer durch die Stadt zu laufen, in einer kleinen Bude Chowmien (typisch asiatische Bratnudeln) oder Momos (Maultaschen) zu essen, in kleine Seitenstraßen zu gehen, in Thangka-Galerien reinzuspazieren und einen kleinen Eindruck vom Alltag der Menschen in der Hauptstadt zu bekommen.

 

Das Touristenviertel Thamel ist völlig überlaufen, teurer, laut und kaum sauberer als andere Teile der Stadt. Neben unzähligen Touristenshops findet man einige Reiseveranstalter, Läden für Trekkingausrüstug, in denen man sich von Schlafsäcken bis Jacken alles leihen kann und den ein oder anderen Bäcker oder Supermarkt.

 

Wer also plant, mehr als einen Tag in Kathmandu zu bleiben, dem empfehle ich, sich lieber eine Unterkunft etwas außerhalb zu suchen und nur nach Thamel zu fahren wenn noch irgendwas für einen Trek benötigt wird.

Ich war in einem Hostel im Swayambhu-Viertel;  auch dort gab es wirklich gemütliche Bars und die Menschen waren wesentlich entspannter als im Touristenviertel.

 

Mehr zu Kathmandu findet ihr hier!

Der Durbar Square in Bhaktapur

Die Altstadt von Bhaktapur ist einfach toll. Zwar kostet der Eintritt 2000 Rupien (so ziemlich alles Sehenswerte in Nepal kostet was), ist aber durchaus lohnenswert, vor allem wenn man sich dort ein kleines Gasthaus für ein oder zwei Nächte sucht.

 

Der Durbar Square an sich ist nur ein Platz, gemeint sind jedoch meist drei, die typisch für Bhaktapurs Altstadt sind: Der Taumadhi Square, der Tacapal Square und, wer hätte das gedacht, der Durbar Square.


Aufgrund der drei Plätze, den vielen Tempeln, engen Gassen und den alten, verzierten Häusern, macht es einen riesigen Spaß, einfach durch die Gegend zu laufen und ist, anders als bei den Durbar Squares in Kathmandu und Patan, nicht nach einer halben Stunde schon durch. 


Die Stadt ist bekannt für Holz- und Töpferhandwerk. Wenn man die Augen offen hält und ab und zu nach oben schaut, sieht man die aufwändigst aus Holz geschnitzten Verzierungen an Hauswänden und vor Fenstern.

 

 Mein Tipp: Schlendert abends von Platz zu Platz, geht die Treppen zum Nyatapola-Tempel auf dem Taumadhi Square hoch und genießt das mittelalterliche Flaire. Mit etwas Glück wird eine traditionelle Musikgruppe quer über den Platz laufen und mit Trommeln und Rasseln eine ganz einziartige, für das Kathmandutal typische Melodie spielen, die ihr vorher garantiert noch nicht gehört habt! Schön klingt das meiner Meinung nach nicht, aber man fühlt sich wie in einer ganz anderen Welt und vergisst das Chaos und den Dreck, den es sonst überall gibt.

 

Bekannt ist Bhaktapur auch für seinen Joghurt (oder Quark, irgendwas dazwischen), der nach traditionell newarischem (Die Newar sind eine Volksgruppe im Kathmandutal) Rezept hergestellt wird und meist in kleinen Holzschälchen verkauft wird. 

Empfehle ich wärmstens! 


 

Changu Narayan

In Changu Narayan steht der älteste und meiner Meinung nach schönste Tempel Nepals. 

Das Dorf liegt ca.10 Kilometer östlich von Kathmandu auf 1500 Metern gelegen. Von dort aus hat man gute Aussicht auf Kathmandu und Bhaktapur, an klaren Tagen sogar auch auf ein paar 7000er in der Langtang-Region.

 

Die meisten Reiseführer behaupten, dass der Changu-Tempel vom Erdbeben 2015 extrem zerstört wurde und deshalb überhaupt nicht sehenswert ist.

Das stimmt auch, allerdings wurde der Tempel "repariert" und das hässliche Metallgerüst wurde im Oktober 2017 abgebaut und von einem Erdbeben ist kaum noch was zu sehen.


Generell solltet ihr mit diesen Zustände-nach-dem-Erdbeben-Infos vorsichtig sein, da meist fleißig wiedeaufgebaut wird -Immer die neuesten Infos raussuchen oder am besten vor Ort die Leute fragen!


Was die wenigsten wissen ist, dass wenn ihr vom Dorf aus kommend gerade über den Tempelplatz geht und dann immer weiter geradeaus, an einen kleinen, gemütlichen Aussichtspunkt mit Blick auf Kathmandu gelangt, der auch Treffpunkt für alle Jugendlichen im Dorf ist.

 

Vergebens wird dort versucht, den Tourismus ans laufen zu bringen, seit dem Erdbeben kommen jedoch nurnoch vereinzelt Wanderer (aus Nagarkot, dauert ca. 4 Stunden), mal ein Touribus oder eben, wie ich, Volunteers die meist ein oder zwei Wochen in einem Gasthaus oder bei einer Familie helfen (kontaktiert mich persönlich für weitere Infos).

 

Ihr werdet an jeder Ecke Thangka-Shops (tibetische Mandalas) und auch den ein oder anderen Touristenshop finden, in dem im Grunde die gleichen Sachen wie in Thamel verkauft werden, nur zum halben Preis. 

Wenn ihr Zeit habt, dann quatscht doch einfach mit den Besitzern dieser Läden!

Sie haben kaum Kunden und freuen sich riesig, euch auf einen Tee einladen zu können und ihr englisch ein wenig zu verbessern. -Natürlich solltet ihr dann auch etwas kaufen!

 

 

Namobuddha

Namobuddha ist ein kleines tibetisches Mönchsdorf im Kathmandutal. Hier trifft man kaum auf  Touristen und viele dort verstehen weder englisch noch nepali. 


Hier gibt es Kloster, Tempel und eine kleine Stupa, Touristen findet man nur wenige.

Ich bin kein großer Fan von ewigen Tempelbesichtigungen einer Religion von der man eigentlich fast garnichts versteht, aber dieses Dorf hat mich wirklich beeindruckt!


Von außen sehen die Tempel meiner Meinung nach nicht allzu spektakulär aus, innen findet man jedoch die aufwändigsten Buddha-Gemälde, Statuen und, was noch viel beeindruckender ist, eine Art "Gottesdienst", bei dem vielleicht 150 junge Mönche alle konzentriert mitschreiben, was der "Meister" sagt, ähnlich wie in der Schule am Tag vor der Klausur oder einer wichtigen Vorlesung in der Uni.

 

Pokhara

Meinen Reisebericht zu Pokhara findet ihr hier wenn ihr ein wenig ´runterscrollt!

Der Phewa-See in Pokhara
Der Phewa-See in Pokhara

Chitwan

Im Chitwan-Nationalpark findet ihr nicht nur (fast) alle erdenklichen asiatischen Dschungeltiere, das kleine Städtchen Sauraha ist im Vergleich zu den großen Städten auch noch unendlich ruhig und sauber.

In den Park an sich dürft ihr ohne Guide nicht rein, allerdings gibt es außerhalb des Parks ebenso kleine Urwaldflächen in denen ich auch Nashörner, Hirsche und Krokodile gesehen habe. 

Für Sparfüchse lohnt sich Chitwan also auch!

 

Mein Tipp: Bucht vor Ort bei einem der Reiseveranstalter, die es dort in Unmengen gibt eine Tour durch den Park (ob mit Jeep, Elefant, Boot zu Fuß oder was auch immer bleibt euch überlassen) und lasst den Abend in einer gemütlichen Bar in Sauraha ausklingen. Zur Orientierung: Für eine 4-stündige Jeeptour habe ich 2000 Rupien bezahlt; Elefantentouren sind wesentlich teurer.


Ein Guide hat mir erzählt, dass Abends, sobald es dunkel wird, häufig Nashörner durch die Straßen Saurahas spazieren auf der Suche nach Essensresten. Wer das erleben will, sollte sich also am besten eine Unterkunft mit Balkon zur Hauptstraße suchen!

 

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