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Everest vs. Annapurna

Everest vs. Annapurna: Was ist besser?

 

Anfang Oktober 2017 bin ich den Poon Hill Trek gewandert, eine Woche später den Everest Base Camp Trek mit Abzweig zu den Gokyo-Seen. Wer sich ein bisschen mit dem Thema außeinander gesetzt hat wird wahrscheinlich wissen, dass ersterer meist nur 3-5 Tage dauert und zweiterer irgendwas zwischen 2 und 3 Wochen. Ein wirklich guter Vergleich lässt sich daher also nur schwer ziehen.

 

Bei beiden Wanderungen war ich ohne Guide oder Porter unterwegs. Immer mit Reisebekanntschaften, aber niemals alleine. 

 

Vorab muss ich sagen dass ich kein großer Wandermensch bin.

Ich bin sportlich und gerne draußen unterwegs aber für mehrtägige Wanderungen braucht´s dann doch Disziplin, jeden Morgen mit viel Gepäck loszugehen (wahrscheinlich bin ich einfach noch nicht im Goretex-Jacken-Alter :P).

 

 

Der Poon Hill Trek

Beim Poon Hill Trek hat mir das doch authentische Dorfleben sehr gefallen. Man sieht Kinder die auf den Straßen spielen, Schulen, ewige Reisterassen und ein Basketballfeld vor dem Annapurna-Massiv. Die Teehäuser (Gasthäuser) sind meist klein, süß, familiär und oft bunt angemalt. Wie viele andere Wanderer wir unterwegs getroffen haben, war jeden Tag anders. Allgemein lässt sich sagen dass um Ghorepani, dem Startpunkt für die Poon Hill-"Besteigung" überlaufen und kommerziell war, ansonsten haben wir nur hin und wieder mal andere Touris getroffen.

 

Gönnt euch zum Frühstück doch einfach eine Kanne Milchtee mit Blick auf den Annapurna und den Machhapuchhre(auf dem Bild leider nicht zu sehen)!

Pokhara

Sehr empfehlen kann ich auch, ein oder zwei Tage nach dem Trek in Pokhara zu verbringen.

Kulturell hat die Stadt nicht viel zu bieten, ist jedoch viel sauberer und ruhiger als Kathmandu und bietet eine exzellente Backpackerszene mit vielen Bars, Hostels und Restaurants.

Erwartet von der Stadt an sich besser nicht allzu viel, es ist einfach nur hässlich und langweilig.

Tourismus existiert dort nur wegen dem See und der Nähe zur Annapurna-Region.

 

Mein Tipp: Mietet euch für einen Tag ein kleines Boot für etwa 700 Rupien, paddelt auf die andere Seite des Sees und wandert von da aus ein bis zwei Stunden zur Friedensstupa (World Peace Pagoda) hoch.

 

Der Everest Base Camp Trek mit den Gokyo-Seen

Man muss sich im Klaren sein, dass (wer hätte das gedacht) der Everest der höchste Berg der Welt ist und dementsprechend viele Menschen die Strecke gehen. Dennoch gibt es Abschnitte, auf denen wir über Stunden niemanden getroffen haben. Da macht man sich schon fast Gedanken ob man sich nicht verlaufen hat :D

 

Mein Eindruck war, dass die allermeisten nicht zum Base Camp und wieder zurück gehen, sondern auch über den Cho-La Pass zu den Gokyo-Seen oder sogar noch zwei weitere Pässe dranhängen. Der ultimative Geheimtipp ist es also längst nicht mehr.

 

Es gibt jedoch wesentlich mehr zu sehen als "nur" den klumpigen Mt. Everest.

Man läuft über ewig lange Hängebrücken, über den Khumbu-Gletscher, durch Wälder, über Berge, an Bächen entlang und durch unendlich lange Täler in denen Yaks grasen.

 

Wem das nicht reicht, kann auch als Normalsterblicher den ein oder anderen Berg wie den Gokyo-Ri odee den Kala Pattar besteigen (da Madame natürlich immer übertreiben muss, hat sie beides gemacht).

 

Mal ganz abgesehen von Stupas, Gebetsmühlen und Gebetsfahnen überall auf dem Weg.

Auch wenn man es auf den Bildern nicht erkennen kann, war der Trek für mich extrem kalt und anstrengend.

Ausdauer war nicht das Problem, vielmehr das Gepäck, die Höhenkrankheit(Schwindel und Herzrasen) und die Tatsache dass es auf 5000 Meter weniger als halb so viel Sauerstoff vorhanden ist wie auf 1000 Metern und sich entsprechend alles doppelt so anstrengend anfühlt.

Dazu kommt, dass die Temperaturen nachts teilweise auf -20 Grad sinken und es in den Teehäusern nunmal vorkommt, dass es in Fenstern keine Scheiben gibt.

Tagsüber war es jedoch immer angenehm, wir waren meist im Pullover unterwegs.

 

Trotz der Strapazen hat sich der Weg gelohnt und ich würde jedem empfehlen, zumindest ein Mal für mehrere Tage mitten in den Bergen wandern zu gehen.

Schließlich bleiben die Bilder und die Erfahrung.

 

 

 

 

Hier findet ihr eine Pro- und Contra Liste der beiden Treks. Ich kann nicht sagen welchen ich besser fand oder welcher mir mehr Spaß gemacht hat.

 

Aber wahrscheinlich wisst ihr ja was euch beim Wandern wichtig ist.

 

 

 

 

Pro Everest

Pro Annapurna


  • Es ist der Everest! (da müssen wir glaube ich nicht drüber diskutieren)
  • Es gibt Yaks
  • Es gibt Sherpas
  • Man ist mitten im Himalaya und den Bergen extrem nah
  • Man wandert über einen Gletscher (am Cho-La Pass)
  • Der Flughafen in Lukla ist ein Abenteuer für sich
  • Viele Flüsse und hellblaue Bergseen
  • Gebetsmühlen und Gebetsfahnen überall!

Contra Everest

  • Man muss erstmal nach Lukla kommen (Fliegen oder von Kathmandu aus 6 Tage wandern)
  • Vergleichsweise teuer (ca. 25€ pro Tag)
  • Es ist völlig überlaufen und wir hatten teilweise Schwierigkeiten, überhaupt eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden! (Okay, ich war auch in der Hochsaison unterwegs)
  • Gefahr der Höhenkrankheit
  • Alles ist sehr kommerziell, authentische Dörfer sucht man vergebens
  • Bei der Standardroute läuft man die gleiche Strecke 2 mal
  • Deutsche Reisegruppen
  • Man hat die Wahl zwischen mehreren Treks
  • Viele kleine und gemütliche Dörfer auf dem Weg
  • Vielseitige Natur
  • Man trifft unterwegs viele Alleinreisende
  • Ziegen, Ziegen und nochmals Ziegen auf dem Weg 
  • Teilweise haben wir über Stunden keine Menschenseele getroffen
  • Reisfelder überall! Vor, hinter, neben, über und unter dir!

Contra Annapurna

  • Man ist den hohen Bergen relativ weit entfernt- Ich hatte nicht das Gefühl, von 8000ern umgeben zu sein
  • keine Yaks- stattdessen Esel (wollen wir mal nicht so zimperlich sein)

 

Und ja, mir ist bewusst, dass man einen fast dreiwöchigen Trek nicht mit einem Viertägigen vergleichen kann. Ich will damit nur die groben Unterschiede der beiden Regionen darstellen.

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